Termine:  
26.-28.April 2019

The Siege of
Haunted House

Burg Husen bei Dortmund
SC Zelten, NSC Burg


Le Baisement
 

Von der Contenance im Umgang mit dem Handrücken einer Dame

Diesem Thema innerhalb des Kapitels der Minne sollte gerade von den Herren besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im höfischen Leben ist es nicht selten der Fall, dass gerade der erste Eindruck eines Herrn auf eine Dame entscheidend für den weiteren Verlauf von Sympathiebekundungen ihrerseits ist. Ein Herr, welcher bereits im minniglichen Verhältnis zu einer Dame steht, sollte diese Form der Galanterie schon mit einem hohen Mass an Selbstsicherheit beherrschen. Doch wie erweist der Edelmann nun der Dame seine korrekte Aufwartung ? Die Erfahrung zeigt, dass sogar gestandene Rittersleut, welche schon viele dutzende Referenzen hinter sich haben, im Angesicht einer hochadeligen Dame auf einmal ganz weiche Knie bekommen. Diese innere Unsicherheit zu verbergen gilt zwar als schwer, ist aber mit Willenseifer zu erlernen.

Die Annäherung an eine Dame sollte möglichst nicht von hinten, sondern immer aus ihrer Blickrichtung mit dezenten Schritt vollzogen werden. Nun ergeben die Contenace und der Charme des Herrn das (erste) Eindrucksbild bei der Dame. Generell gilt für alle Verhaltensregeln, dass der Edelmann einen Handkuss auf keinen Fall provozieren darf, indem seine rechte Hand durch eine unzweideutige Gestik in Richtung Dame wandert. Es obliegt immer der Dame die Gunst eines Handkusses zu gewähren. Sie sollte wiederum sehr darauf achten, ihren Wunsch durch eine eindeuitige Geste ihrer rechten Hand, begleitet von ihren entzückenden Blicken, zu signalisieren.

1. Mann wurde sich/hat sich, noch nicht einander vorgestellt: Der Herr sollte nicht näher als einen Schritt im Abstand zur Dame stehen. Seine Contenance wird nun multiple. Sein linker Fuss geht leicht nach hinten, während sein Oberkörper sich dezent nach vorne beugt und seine rechte Hand die Berührung zur eigenen Herzseite andeutet. Der Herr wahrt dabei in jedem Fall den Blickkontakt zur Dame. Wenn die Dame den Handkuss gewähren sollte, dann dient die rechte Hand des Herrn als Auflagefläche für die zarten Finger der Dame. Der Daumen des Herrn liegt dabei auf die Finger der Dame, während seine Lippen diesen sachte berühren.

2. Man wurde sich /hat sich schon einander vorgestellt: Wenn die Dame keinen Handkuss wünscht, so wahrt der Edelmann einen dezenten Abstand. Gewährt die Dame aber einen Handkuss, so verhält sich der Herr wie unter 1. erwähnt nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass seine Lippen diesmal nicht den eigenen Daumen sondern den Handrücken der Dame beglücken dürfen. Dem Herrn steht es zusätzlich frei, unabhängig von der Gewähr eines Handkusses, durch seine besondere Wertschätzung und Ehrerbietung der Dame durch einen Kniefall seine persönliche Bewunderung auszudrücken. Dabei berührt das linke Knie des Herrn den Boden während das Rechte zur Dame weist. In Durée-Caresse sieht die feine Handkussetikette auch die Möglichkeit vor, dass der Herr seinen Charme zusätzlich betont, indem er kurz vor dem Handkuss ein „Enchanté“ zur Dame haucht. Er bekundet damit seine Entzückung über den Zauber der Schönheit und den Liebreiz der Dame.

Als die huld- und preisungsvollste Form des Handkusses in Durée-Caresse gilt die Lippenberührung in der Handinnenfläche einer Dame, welcher immer von einem Kniefall begleitet wird. Diese höchste Gunstbezeugung kann in der Freigrafschaft üblicherweise nur von einer Lehnsherrin an ihrem Lehnsnehmer oder von einer Dame an ihren Gemahl ausgehen. Abschliessend seien noch die Rechte erwähnt, mit welchen die Dame einen ungehziemlichen „Herrn“ massregeln kann. Diese reichen vom demonstrativen Entziehen der Hand, über das Erteilen einer Ohrfeige, bis zum Ausspruch einer Satisfaktion (Forderung)